Veröffentlicht in Entwicklungszeit

5 tolle Dinge die beim Entrümpeln passieren

Eigentlich ist ja der Frühling die typische Zeit zum Entrümpeln und Saubermachen. Nicht umsonst gibt es den Begriff Frühjahrsputz. Aber ich bin nie so richtig in Stimmung wenn draußen endlich die Temperaturen wieder steigen. Außerdem brauche ich eine gewisse Ruhe und Entspannung um mich von Dingen trennen zu können. Loslassen funktioniert zumindest bei mir nicht wenn die Hormone „Frühling“ schreien! Deshalb packt mich meist im Herbst die Lust die Wohnung von Grund auf zu putzen und dabei gleich unnötiges Zeug rauszuschmeißen.

Mir ist aufgefallen, dass jedes Mal nach der großen Entrümplung nicht nur meine Wohnung ordentlicher ist. Es passieren gleich noch ein paar andere erstaunliche Dinge. Manche davon haben auf den ersten Blick gar nichts mit dem Ordung machen an sich zu tun. Dennoch können sie einen enorm positiven Einfluss auf dein Leben haben.

 

1. Unerwartete Entdeckungen

Wie jedes Jahr wundere ich mich wie voll die Schränke selbst nach dem aussortieren noch sind. Das erklärt auch das Phänomen der unerwarteten Entdeckungen. Da finde ich Bücher die ich mir vor ein paar Wochen fast gekauft hätte, oder Stifte die ich total gerne mag (aber vollkommen vergessen habe weil sie unter einem Berg anderer Stifte begraben sind),…. Ich hab sogar mal richtig lange nach einer bestimmten Bluse gesucht und konnte sie in keinem Geschäft mehr bekommen. Tja, und dann kam der Herbst und die Bluse hing ganz hinten im Kleiderschrank…

Der Überblick den du über deinen Besitz hast ist normalerweise ziemlich eingeschränkt weil es so viel ist. Zum einen hilft das Ausmisten durch Reduktion den Überblick zu verbessern. Andererseits hast du jedes Ding mal wieder in der Hand gehabt und du bist dir seiner Existenz wieder bewusst.

 

2. Achtsamer Konsum

Manchmal kaufe ich ganz gedankenlos etwas ein das ich vermeintlich grade brauche. In vielen Fällen stellen sich diese Dinge dann als „Staubfänger“ heraus. Auch wenn es  ganz toll ist ein Set von Teebeutel-Ablageschälchen zu haben und ich sie im Geschäft als absolut notwendig deklariert habe – ich verwende sie nicht. Seit etwa neun Monaten stehen sie im Schrank und sind immer noch original verpackt. Das Stichwort ist hier GEDANKENLOS.

Wenn ich sehe welche Mengen an unbenutzen (zugegeben wunderhübschen) Sachen ich jedes Jahr weggebe, werde ich ganz grummelig. Das ist in diesem Fall aber auch ganz gut so. Eine kleine Erinnerung wieder ganz bewusst VOR dem Kauf zu überlegen „brauche ich das um so zu leben wie ich es für richtig halte“. Das ist in dem Moment vielleicht ein Spaßverderber, aber was habe ich von den 2 Minuten Freude über den Kauf wenn ich mich ein paar Monate später doch darüber ärgere es gekauft zu haben.

Achtsamer Konsum braucht Übung. Gerade weil wir ständig reizüberflutet sind und von Werbung verführt werden. Es lohnt sich aber dran zu bleiben. So bekommen nämlich die Dinge die man schließlich besitzt einen viel höheren Wert und außerdem kann man auch eine Menge Geld sparen.

 

3. Glück und Geld

Was machst du mit den Sachen die bei dir kein zuhause mehr habe dürfen? Kaputtes und Abgetragenes kann man entsorgen (man könnte es gegebenenfalls auch reparieren und flicken – das liegt dann in deinem Ermessen). Was aber ist mit den Rest? Der kann dir Glück und Geld einbringen.

Du hast die Möglichkeit gut erhaltene und ungebrauchte Dinge zu verkaufen. In Second Hand Shops, bei Willhaben, Shpock, Flohmärkten, Ebay, Facebook,…. Da gibt es viele Plattformen. Bedenke in diesem Fall, dass es Zeit in Anspruch nimmt und die aussortierten Sachen weiterhin Platz einnehmen. Ich fühle mich oft ein bisschen erdrückt wenn die Dinge noch lange in der Wohnung bleiben. Deshalb mache ich das nur bei wirklich wertigen Gegenständen.

Den Großteil verschenke ich. Aber Achtung! Es gibt Menschen die normalerweile zu nichts „Nein“ sagen. Nicht aus Gier, sondern weil sie einfach nicht anders können. Mütter sind da sehr gefährdet ;D Achte bitte darauf die Sachen an jemanden zu geben der sie auch wirklich verwendet und nicht nur hortet. Das hört sich im ersten Moment nach einer noch zeitraubenderen Aufgabe an als die Sachen zu verkaufen, oder? Ist es aber gar nicht. Ich nutze dafür Facebook! Es gibt in so ziemlich jeder Stadt Gruppen wo es ums verschenken geht. Sie heißen FREE YOUR STUFF oder schlicht ZU VERSCHENKEN. Hier stelle ich einfach ein Foto mit einer kurzen Beschreibung rein und innerhalb kürzester Zeit findet sich jemand der nach genau diesem Teil gesucht hat.

Falls du Facebook nicht verwenden magst gibt es auch die Möglichkeit die Sachen an die Caritas, die Volkshilfe, die ARGE oder einen Kost-nix-Laden zu geben. Caritas, Volkshilfe und ARGE haben eigene Läden wo die Sachen dann zu einem kleinen Preis verkauft werden und der Erlös dann ihren Projekten zugute kommt. Beim Kost-nix-Laden kann man sich die Sache vollkommen gratis holen.

Geh nicht davon aus, dass deine Sachen ohnehin niemand brauchen kann. Des einen Müll ist eben immer eines anderen Schatz! Ich finde es toll wenn ich weiß, dass jemand anders meine Sachen mehr brauchen kann als ich und die Freude der meisten ist ein schönes Gefühl. Hier werde ich eben mit Glück bezahlt!

 

4. Leichtigkeit

Es fasziniert mich immer wieder wie leicht ich mich fühle wenn ich mit dem Ausmisten fertig bin. Als hätte ich nicht nur Dinge reduziert sondern auch gleich mein eigenes Gewicht! Alles fühlt sich irgendwie klarer und reiner an. Ich kann dann viel besser denken und ich könnte schwören, dass ich sogar riechen kann wie ordentlich alles ist. Wissenschaftlich erklären kann ich den Effekt den äußere Ordung auf unser Gefühlsleben hat nicht, aber er ist definitiv vorhanden!

Natürlich gibt es Menschen die diesen Effekt nicht an sich bemerken. Dazu fällt mir etwas ein das Manuel Horeth auf einem Vortag über Mentales Training gesagt hat. „Mentales Training ist nicht anstrengend. Die Dinge passieren sowieso und man muss selbst eigentlich nichts dazu tun. Wenn etwas nicht funktioniert gibt es nur einen Grund. Man entscheidet sich, dass das bei einem selbst nicht funktioniert. Und das ist genauso ok wie die andere Entscheidung.“

Ich hab das freilich nur sinngemäß wiedergegeben – es ist allerdings erstaunlich wie der Mensch so tickt. Eigentlich wäre alles im Fluss aber wir dürfen uns entscheiden auch mal einen Staudamm zu errichten.

 

5. Entwicklung

Manchmal fühle ich mich regelrecht erdrückt von meinen Sachen. Speziell wenn sich das Zeug schon stapelt und ich gar nicht mehr weiß wohin damit. Wenn Dinge keinen festen Platz haben und sich quasi als Streuner durch die Wohnung bewegen. Sogar das denken wird schwerer. Als würde ich die Dinge tatsächlich auf den Schultern mit mir herumtragen (kennt jemand den Film „Das Labyrinth“ mit David Bowie? Da gibt es so eine Figur die sich alle Sachen auf die Schultern türmt – genauso fühlt es sich dann an).

Da geht mir dann jede Motivation verloren. Alles steht still. Wenn ich dann wieder Platz schaffe kann ich merklich wieder leichter atmen. Aber das geht tatsächlich noch weiter. Oft kommt mit dem zusätzlichen Raum auch Bewegung ins Leben. Das kann eine Verhaltensweise betreffen oder auch ein Projekt das irgendwie nicht voranzubringen war. Die Energie hat plötzlich wieder Platz zu fließen und auch die Ideen sprudeln viel leichter heraus.

Mit dem Ausmisten können wir Verkrustetes aufbrechen und neu durchstarten. Ein neues Umfeld schafft eben auch neue Ideen – dazu muss man nicht gleich riesige Veränderungen vornehmen. Sehr oft reicht es sich von Altem das nicht mehr in die Vorstellung vom eigenen Leben passt zu trennen. So kann man sich von Barrieren freimachen und hat wieder mehr Energie für den eigentlichen Weg übrig.

 

Hast du beim Aussortieren auch schon einen (oder auch mehrere) dieser Effekte festgestellt? Gibt es etwas das du noch viel wichtiger findest als die fünf Punkte die ich aufgezählt hab? Lass es mich in den Kommentaren wissen!

 

♥♥♥Miss Kumarin♥♥♥

2 Kommentare zu „5 tolle Dinge die beim Entrümpeln passieren

  1. Was für ein wundervoller Beitrag. 🙂 Ich kann wirklich jeden Punkt davon so unterschreiben wie du sie beschrieben hast. Was ich für mich erst noch lernen musste, ist das Weggeben. Schön, wenn man alles aussortiert hat, aber man muss es auch zur Altkleidersammlung/Flohmarkt/usw. bringen. Erst hatte ich diesen unglaublichen Aufschwung, weil ich etwas tolles geschafft, Freiheit und Leichtigkeit gewonnen hatte und dann in der darauffolgenden Woche betrübt und bedrückt, weil noch so viel zu tun war mit der „Entsorgung“. Ich habe mir jetzt überlegt – so wie du es auch geschrieben hast -, dass ich nur die Dinge, die tatsächlich noch von Wert sind, verkaufe und der Rest wird verschenkt – wenn es jemand haben will – oder gespendet.

    Ich wünsche dir ganz tolle Feiertage und werde jetzt in Zukunft definitiv öfter bei dir vorbei schauen. 😀

    Liebe Grüße
    Barbara

    1. Liebe Barbara – ich bin so froh, dass nicht nur ich dieses „Loch“ nach dem Aussortieren hab!
      Mittlerweile hab ich auch noch Kindergärten und die Nähküche (da kann man für einen kleinen Beitrag nähen und bekommt die Materialien zur Verfügung gestellt – und auch Hilfestellung wenn man sie braucht) für mich entdeckt – auch dort freut man sich über Sachspenden.
      Es ist wirklich erstaunlich wie viele „Vereine“ es gibt die man auf diese Weise noch unterstützen kann…
      Ich hab mich sehr über deinen Kommentar gefreut und wünsche dir auch einen schönen Feiertag (ich wusste gar nicht dass Allerheiligen auch in Deutschland ein Feiertag ist – man lernt halt nie aus ;D).

      Liebe Grüße auch an dich

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