Veröffentlicht in Entwicklungszeit

Durchhalten – wie funktioniert das?!

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Erschöpfung oder Müdigkeit überwinden und bis zum Erreichen eines bestimmten Ziels aushalten

So wird im Wörterbuch „durchhalten“ definiert. Ich finde ja, dass da noch etwas entscheidendes fehlt – und zwar meine innere 3-Jährige die VIEL schwerer zum Schweigen zu bringen ist als bloße Müdigkeit zu überwinden. Dieses kleine Miststück kommt zu den unmöglichsten Zeiten heraus und wirft sich heulend auf den Boden um mit voller Lautstärke zu brüllen: ICH WILL JETZT ABER NICHT UND ÜBERHAUPT IST DAS ALLES BLÖD!!!!Bin ich mit meiner kleinen Jaqueline (ja, den Namen hab ich ihr aus gutem Grund gegeben!) allein oder hast du auch so ein biestiges Mini-Me in dir drin? Wie bei einem echten Kind das einen Wutanfall hat ist es oft gar nicht so leicht es wieder zu beruhigen um sich den gerade anstehenden Dingen zu widmen. Klar kriegt man es mit der Zeit schneller hin, aber mir raubt das doch sehr viel Kraft die ich eigentlich anders einsetzen möchte. Nachdem ich meine kleine Jaqueline letzte Woche über Tage hinweg nicht mehr in den Griff gekriegt habe, hab ich mal geschaut ob es nicht Möglichkeiten gibt diesen Wutanfällen vorzubeugen. Tatsächlich habe ich einiges gefunden und möchte es teilen – vielleicht hast du ja einen kleinen Kevin der ein bisschen kürzer treten soll ;D

Selbstreflexion

Das ist nicht so ganz einfach, aber dafür ganz schön wichtig! Lerne dich selbst besser kennen. Ermittle deine Stärken und auch deine Schwächen – die eigenen Schwächen zu kennen ermöglicht dir dich auf eventuelle Reibungspunkte vorzubereiten. Wer dann nicht total überrumpelt ist und quasi einen Plan B in der Tasche hat, braucht sich auch nicht mit Jaqueline herumquälen. Versuche deine Handlungen und Reaktionen zu betrachten als ob du eine andere Person wärst. Dieser Perspektivenwechsel kann oft hilfreich sein um problematische Muster im Verhalten zu erkennen. Wenn du ein „Problem“ erkennst kannst du etwas daran ändern!

 

Verantwortung übernehmen

Das ist eine tolle Möglichkeit um die Sichtweise auf die Welt an sich zu verändern. Wenn du dir bewusst machst, dass du dein Leben komplett selbst in der Hand hast kann das ein echt erhebendes Gefühl sein. Natürlich kann es auch passieren dass du nur die Wahl zwischen „Mist“ und „noch mehr Mist“ hast. Als konkretes Beispiel etwa eine verhasste Arbeit oder unbestimmt lange Arbeitslosigkeit. Beide Optionen sind nicht sehr attraktiv. Allerdings wird dein Gefühl zu dieser Situation dadurch beeinflusst ob du dich bewusst für eine der beiden Möglichkeiten entscheidest oder ob du dein Leben vom Zufall bestimmen lässt. Hab den Mut und übernimm Verantwortung für dein Leben – das macht nicht immer Spaß, auf lange Sicht macht es dich aber glücklicher.

 

Frage dich „Warum“

Ich fühle mich oft ein bisschen wie im Hamsterrad wenn ich versuche alles auf die Reihe zu kriegen. Es gibt einfach so viele Dinge zu tun, dass ich gar nicht hinterfrage warum ich all diese Dinge überhaupt mache. Mein Mann fragt mich manchmal warum ich etwas genau so und nicht anders mache. Oft ist meine Antwort, nach etwas konsternierter Stille, ziemlich banal. „Weil ich es schon immer so gemacht habe“ oder „das hat meine Mutter auch so gemacht“ Mir ist schon klar das das ziemlich seicht ist, aber mir ist wirklich oft nicht bewusst, dass ich mir selber das Leben schwer mache. Nicht nur bei den großen Zielen ist es wichtig zu wissen warum man es erreichen will – schließlich liegt darin ein großer Teil der Motivation. Gerade bei den kleinen Dingen kann man stolpern wenn man sich nicht selbst hinterfragt und Kleinigkeiten optimiert oder auch komplett sein lässt.

Das offensichtlichere „Warum“ ist natürlich auch wichtig. Der Grund warum du dich zB im Fitnessstudio abrackerst oder auf das Stück Torte zum Kaffee verzichtest. Wenn der Grund tatsächlich DEIN Grund ist hilft es dir ihn dir ganz klar ins Bewusstsein zu rufen. Auf diese Weise kannst du ihn als eine Art Benzin verwenden und dich durch eine schwere Phase hindurchmanövrieren. Sei aber ehrlich zu dir selbst, denn allzuleicht fangen wir etwas aus dem falschen Grund (wenn wir zB glauben irgendwie sein zu MÜSSEN) an und scheitern dann auch oft daran.

 

Scheuklappen

Wenn du nicht gerade extrem gefestigt bist und in dir selbst ruhst, sind Scheuklappen ein recht nützlicher Tip. Es gibt so viele Menschen denen du begegnest die dich aus dem Konzept bringen können. Meist nicht mit Absicht, aber sie kennen dich nicht und sehen dein Leben eben durch die Brille ihrer eigenen Realität. Da kann es dann sein, dass dir aufgrund von „Lebenserfahrung“ deine Ziele, Hobbies, Freunde,…. schlecht gemacht werden. Durch die verschiedenen Erfahrungen bilden sich eben auch verschiedene Ängste aus. Diese Menschen wissen es halt nicht besser. Aber kein Leben läuft gleich ab. Jeder hat andere Voraussetzungen, Fähigkeiten, Ressourcen, Stärken und Schwächen. Ignoriere diese Ratschläge wenn sie dich verunsichern. Hier gibt es allerdings eine Ausnahme vom ignorieren. Wenn der Rat von jemandem kommt der das erreicht hat was du auch möchtest, nimm ihn in Augenschein und schau ob es für dich auf diese Art funktioniert.

 

Fehlschläge sind erlaubt

Klar sind Fehlschläge nicht grade toll, aber sie zeigen eigentlich nur dass die derzeitige Methode nicht funktioniert. Wenn du aufhörst dich für jeden Fehltrittt zu verteufeln kannst du analysieren was genau dazu geführt hat. Daraus kann eine Möglichkeit entstehen dein Ziel vielleicht sogar insgesamt schneller zu erreichen als auf dem „vorgesehenem“ Weg. Auf jeden Fall solltest du daran arbeiten bei einem Fehler nicht dich als Person zu entwerten und dein Ziel als unmöglich zu betrachten. Mehr zum Thema Fehler kannst du hier lesen.

 

Motivation füttern

Wenn dir mal deine Motivation verloren geht und du den Glauben an dich selbst zu verlieren drohst kannst du dir selbst ein Sicherheitsnetz weben. Es gibt so viele erfolgreiche Menschen da draußen von denen man lernen kann. Die allermeisten geben gerne Einblick in ihren Weg zum Erfolg. Lies Artikel, Bücher oder schau Dokumentationen und Vorträge. Youtube ist da eine tolle Quelle. Die Begeisterung mit der diese Menschen normalerweise über ihre Erfolge sprechen ist ansteckend. Nebenbei kannst du auch neue Möglichkeiten entdecken wie du deine Aufgaben noch besser erledigen könntest. Am allerschönsten ist es jedoch wenn du eine solche Person im echten Leben kennst und du sie in solchen Krisen anrufen darfst.

Noch etwas um die eigene Motivation auf Hochtouren zu bringen ist die richtige Musik. Wenn ich mal wieder Großputz vor mir habe bin ich in den seltensten Fällen dazu motiviert. Da hilft dann nur noch Musik, laute Musik! Natürlich mit Kopfhörern – sonst stehen die Nachbarn vor der Tür. Am Besten funktioniert für mich „Die Antwoord“. Wenn ich mich etwa zum Schreiben aufraffen muss, gibt´s ein paar Stücke in voller Lautstärke mit obligatorischem Rumgehopse (tanzen kann man das leider nicht nennen ;D) und dann kann es losgehen!

 

Fokus

Das passiert mir leider immer wieder. Ich verliere irgendwie aus den Augen was grade ansteht und verzettel mich total. Logisch kommt dann irgendwann der Punkt an dem es zuviel wird und ich das Licht am Ende des Tunnels nicht mehr sehen kann. Und schon kreischt Jaqueline mir wieder ins Ohr dass alles blöd ist. Das ist gar nicht so leicht sich auf eine Sache zu fokussieren, vor allem weil das Multitasken leider immer noch als etwas positives angesehen wird. Aber das kann man üben. Leider habe ich eine richtig miese Konzentrationsfähigkeit. Ein typisches Träumerlein eben. Momentan probiere ich etwas Neues für mich aus, das recht gut funktioniert. Ich stelle mir einen Timer der alle 15 Minuten piepst und mich in die Gegenwart „zurückholt“. Mein Ziel dabei ist diese Zeiträume immer mehr verlängern zu können weil mein Konzentrationvermögen stärker geworden ist.

 

Im Endeffekt geht es darum Wege zu finden das innere Kind so auszutricksen, dass es gar nicht mitbekommt wenn es nicht glatt läuft. Dann wird es auch einfacher sich durchzubeißen und an dem dranzubeiben was auch immer man gerade erledigt haben möchte. Dabei ist es egal ob es um das große Endziel geht oder um die kleinen Dinge des Alltags. Es gibt viele Möglichkeiten seine Kraftreserven wieder aufzufüllen und auch sich eventueller Krafträuber bewusst zu werden. Das ist natürlich immer mit Arbeit an sich selbst verbunden und kostet eben Mühe und Zeit. Allerdings ist es das auch wert denn von den Früchten dieser Arbeit kann man dann das restliche Leben naschen.

 

Was hilft dir beim Durchhalten? Hast du vielleicht gerade eine schwierige Hürde gemeistert und hast dabei einen Weg gefunden dir einen zusätzlichen Motivationsschub zu geben? Lass mich wissen wie du dich selbst austrickst!

 

♥♥♥Miss Kumarin♥♥♥

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