Veröffentlicht in Entwicklungszeit

Fehler können Freunde werden!

Jeder macht mal Fehler, wir sind schließlich alle nur Menschen. Aber so richtig gut damit umgehen kann kaum jemand. Das hängt vor allem damit zusammen wie in unserer Gesellschaft Fehler bewertet werden. Oft ist es so, dass es als persönliches Versagen angesehen wird wenn ein Fehler passiert. Als ob der Mensch an sich nichts wert ist weil er etwas falsch gemacht hat. Da ist es nur natürlich sich selbst zu schützen indem man die eigenen Fehler unter den Teppich kehrt oder sie gar anderen in die Schuhe schieben will. Niemand will als Person bloßgestellt werden obwohl man „nur“ bei einer Tätigkeit etwas nicht richtig gemacht hat.

Doch mit dieser Grundeinstellung zum „Fehler machen“ nehmen wir uns viele Chancen….

Ohne Fehler gibt es keine Entwicklung und etwas Neues lernen funktioniert auch nicht wenn man Angst hat Fehler zu machen. Es gibt unglaublich viele Beispiele wo aus einem Fehler eine tolle Sache entstanden ist. Vor allem in der Welt der Wissenschaft. Ohne einen Lagerungsfehler von Kältemitteln gäbe es kein Teflon, wenn Alexander Fleming seine verschimmelten Proben einfach entsorgt hätte (damit niemand die Verunreinigung bemerkt) gäbe es kein Penicillin …..

In vielen Bereichen des Alltags und auch im Berufsleben ist es wichtig Fehler nicht einfach schlecht zu machen. Es gibt übrigens Studien in denen gezeigt wird, dass nach einer emotional negative Reaktion von Führungskräften das Engagement und die Kreativität der Mitarbeiter nachließ und auch mehr Fehler gemacht wurden. Also immer schön ruhig bleiben (nicht nur als Chef ;D). Wenn man dann, anstatt eingeschnappt zu sein, den Fehler genauer betrachtet, kann daraus noch etwas Gutes werden. Man kann die Arbeitsweise ändern, die Zusammenarbeit im Team verbessern, eine neue Art von Kontrolle einführen. Mit dieser Art von Reaktion ist allen geholfen. Also unbedingt den Chef über die Verbesserungen die man aus dem Fehltritt heraus entwickelt hat in Kenntnis setzen. Das gilt auch im privaten Bereich – woher soll zum Beispiel der Partner wissen, dass man sich darüber Gedanken gemacht hat und denselben Mist nicht nochmal machen will.

Alle Fähigkeiten in unserem Leben sind das Ergebnis von Fehlern aus denen wir gelernt haben. Das naheliegendste Beispiel ist das Gehen. Kein Baby lässt sich davon abhalten laufen zu lernen nur weil es am Anfang immer wieder hinfällt. Es ist anscheinend das natürlichste der Welt auf einen Fehlschlag mit einem erneuten Versuch zu reagieren. Anders wäre es auch gar nicht möglich sich in irgendeiner Weise zu entwickeln. Irgendwann geht im Zuge der Erziehung und Sozialisierung diese positive Einstellung allerdings verloren. Ich weiß noch, dass ich als Kind immer alles gleich können wollte. Wenn nicht gleich beim ersten oder zweiten Mal das Ergebnis nach meinen Vorstellungen war, habe ich aufgehört. Am Besten ist mir allerdings der Turnverein in Erinnerung geblieben. Da waren Mädchen von 6-16 Jahren und ich habe es geliebt mit den anderen Mädchen an den Geräten zu turnen. Besonders stolz war ich damals darauf dass ein paar ältere Mädchen immer mit mir geübt haben. Gut war ich eigentlich nicht und das war auch so lange egal bis ich eine Prüfung ablegen sollte damit ich im Verein bleiben durfte. Die Prüfung hab ich nicht bestanden und durfte nicht mehr mit meinen Freundinnen turnen. Ich kann heute noch spüren wie wertlos und verraten ich mich gefühlt habe. Sport finde ich übrigens immer noch doof….

Ich denke es ist wichtig bei Fehlern versöhnlich zu reagieren. Egal ob man selbst etwas verbockt hat und sich danach nicht selbst zerfleischt oder ob man durch den Fehler eines anderen Schaden erlitten hat. Auch wenn momentan die Realität noch nicht mit der Theorie mithalten kann ist ein Umdenken im Gange. Am Besten fängt man auch bei sich selbst an die Sichtweise auf Fehler zu verändern. Wenn sich bei vielen Menschen die innere Fehlerkultur ändert und wir Fehler als Chance willkommen heißen, wird sich irgendwann auch die Ansicht der Gesellschaft insgesamt ändern. Ich hoffe eher früher als später, denn die große Angst vor Fehlern hindert viele Menschen daran ihre Träume zu verfolgen und ihre Talente zu entdecken. Wie viele Menschen probieren erst gar nicht aus ob sie zeichnen, singen, tanzen können weil sie Angst haben sich zu blamieren. All diese verschwendete Lebenszeit und die Unzufriedenheit mit sich selbst sind natürlich nicht gerade gut für´s Selbstbewusstsein. Da kann dann die Abwärtsspirale sich zu drehen beginnen und man endet vielleicht verbittert und frustriert vor dem Fernseher. Wenn wir alle nachsichtiger miteinander umgehen und einen Menschen der gerade einen Fehler gemacht hat (der nicht gut damit umgehen kann) ein klein wenig auffangen, kann eine wunderbare Entwicklung beginnen. Die große Angst vor Fehlern schrumpft und unser aller Leben wird reicher an Freude, Motivation und Erfolg.

 

Warum wir Fehler mögen sollten

 

  • Fehler bergen Entwicklungspotenzial. Sie bringen uns dazu unser Handeln zu hinterfragen und Wege zu finden wie wir Dinge besser machen können.
  • Fehler sind der Weg zum Erfolg. Egal in welchem Bereich. Nur so kann man etwas richtig gut lernen.
  • Fehler stärken die Persönlichkeit. Nur wer Fehler positiv bewältigt wird wachsen und eine starke, gefestigte Persönlichkeit entwickeln.
  • Fehler machen uns handlungsfähig. Wer immer nur perfekt sein will, lähmt sein Handeln aus Angst zu scheitern.
  • Fehler sind auch lehrreich wenn andere sie begehen. Nimm den Rat anderer an und modifiziere ihn für deine konkrete Situation.
  • Fehler weisen uns darauf hin etwas zu ändern. Wer erwartet ein anderes Ergebnis zu bekommen obwohl er immer dasselbe tut ist wohl verrückt (frei nach Albert Einstein)
  • Fehler gehören nur uns selbst. Schieb die Schuld nicht auf jemand anderen, denn damit vergibst du die Chance die du damit bekommen hast.

 

Fehler an sich sind nicht negativ, sondern erst der Umgang damit beschert uns dieses Gefühl. Zum Glück ändert sich zur Zeit so einiges. Sehen kann man das zum Beispiel an den „FuckUpNights“. Hier treffen sich Gründer von Start-ups die es nicht geschafft haben und berichten darüber was so alles schief gelaufen ist. Das hätte sich vor 10 Jahren sicher noch niemand vorstellen können. Diese Entwicklung ist wunderbar, dann je entspannter man mit Fehlern umgehen kann, desto schneller kann man Fortschritte machen und nebenbei auch noch sein Selbstbewusstsein erhalten. Denn nichts zerstört so nachhaltig das Selbstbewusstsein wie permanentes negatives Feedback.

 

 

Zum Schluss noch eine Challenge für den Sommer. Such dir bewusst Dinge die du noch nie gemacht hast und probier sie aus. Sehr wahrscheinlich wirst du Fehler machen. Spür in dich hinein, halte das Gefühl aus und versuche konstruktiv damit umzugehen. Analysiere die Situation – warum ist der Fehler passiert? Bist du einfach nur ungeübt und dein Körper muss sich erst an die neue Bewegung gewöhnen? Ist die Technik bei der Ausführung nicht ideal und du kannst an der Haltung arbeiten? Oder hast du einfach nur etwas falsch verstanden. Mit der Zeit wird es immer leichter werden mit Fehlern umzugehen und auch die Fehler anderer nicht mehr so schwer zu nehmen.

Meine erste Herausforderung für mich selbst ist die Maritim und Meer Drawing Challenge auf Instagram. Zum ersten Mal traue ich mich meine Bilder herzuzeigen. Auch wenn sie in meinen Augen nicht so aussehen wie ich es ursprünglich geplant hatte. Was ich bis jetzt daraus gelernt habe? Die Mensche sind sind gar nicht so gehässig und gemein wie ich immer dachte. Sie sind sogar sehr nett und unterstützen sich alle gegenseitig – schließlich sind wir alle mitten in einem Lernprozess und üben immer besser zuwerden.

 

Ein Fehler macht menschlich. Ein Fehler macht nahbar. Ein Fehler kann unser Freund sein……

 

♥♥♥Miss Kumarin♥♥♥

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