Veröffentlicht in Entwicklungszeit

Ist Ordnung echt das halbe Leben?!

Der heutige Beitrag gehört zu einer Blogparade. Ins Leben gerufen wurde sie von Elke vom Blog federführend media mit einem richtig tollen Thema. „Einen Scheiß muss ich! Warum man nicht jeden Trend mitmachen muss“. Es  gibt nahezu unendlich viele Möglichkeiten was man alles NICHT muss. Ich will über den Zwang reden immer eine perfekt saubere Wohnung zu haben. Die ganze Zeit die dabei verloren geht kann man nutzen das Leben so zu gestalten wie man es haben möchte…

 

Ordnung bringt Struktur ins Leben, erleichtert den Alltag und das Putzen ist auch viel schneller erledigt. Nur was soll ich tun wenn ich eigentlich kein klinisch-ordentlicher Mensch bin sondern eher eine Sauhaufentante? Das ist übrigens genau das liebevolle Kosewort meines Mannes für mich gewesen als wir in eine gemeinsame Wohnung gezogen sind ;D

Zuerst ist es wichtig sich Gedanken darüber zu machen warum man so unordentlich/überordentlich ist. Bitte immer mit ein bisschen Augenzwinkern, wir wollen uns nicht selbst fertig machen sondern uns besser kennenlernen. Denk an deine Kindheit zurück. Hast du als Kind gerne dein Zimmer aufgeräumt oder bist du zum Saubermachen verdonnert worden weil es aussah wie nach einem Bombenangriff. Wie hoch haben deine Eltern im Rest der Wohnung (oder Haus) die Messlatte für Sauberkeit und Ordnung gelegt. Waren sie gestresst weil so viel zu putzen war oder eher entspannt, vielleicht sogar fröhlich wenn es Zeit war Ordung zu schaffen. Und was ist passiert wenn sich Besuch angekündigt hat? Ich wette dass die meisten zumindest ein bisschen Panik bekommen haben – schließlich will doch niemand für dreckig gehalten werden. Also folgt das obligatorische „Power-putzen“ damit für den Besuch alles blitzt und blinkt.

Es hängt viel von unserer Erziehung und den Vorbildern denen wir als Kind über die Schulter geschaut haben ab wie wir zum Thema Ordung stehen. Dabei kann es sein, dass Kinder von unordentlichen Eltern es selbst sehr „entspannt“ sehen wie ihre eigene Wohnung aussieht. Ebenso könnte es aber auch sein, dass die Kinder sich dem anderen Extrem zuwenden und richtig pedantisch werden. Es gibt aber zu viele Faktoren die bei der Ausprägung solcher Dinge beeinflussen um eine Formel präsentieren zu können. Aber als Erwachsener kann man seine „Prägung“ erkennen und das eigene Verhalten ändern. Ich bin überzeugt, dass die meisten Menschen gerne in einer ordentlichen Umgebung leben – auch wenn das Genie das Chaos beherrscht!  ;D  Es kommt immer darauf an den persönlichen Ordungsgrad für sich zu finden. Falls du mit jemandem zusammenlebst der eine vollkommen andere Vorstellung von Ordnung hat ist es wichtig darüber zu reden, Kompromisse einzugehen und auch nachsichtig zu sein. Mit sich selbst und mit dem Partner.

Meine eigene Unordnung habe ich versucht mit einem Putzplan in den Griff zu bekommen. Allerdings hat das erst funktioniert als mir eine völlig bescheuerte Verhaltensweise aufgefallen ist. Wenn mein Mann mir nicht gesagt hat wie toll er es findet dass ich staubgesaugt, abgewaschen, was auch immer geputzt habe, war ich tödlich beleidigt. Wie kann er es nur übersehen, dass ich „nur für ihn“ die Wohnung sauber gemacht habe! Der Arme wurde dann auch noch „bestraft“ indem ich zwei Wochen gar nicht geputzt habe. Dass es eigentlich nur mir dabei schlecht ging, war mir nicht bewusst. Es ist schwer nach so vielen Jahren zu erkennen (und zuzugeben) wie kontraproduktiv man sich verhalten hat. Aber besser spät als nie! Jetzt weiß ich, dass ich nur für MICH die Wohnung sauber halte. Seitdem bin ich nicht mehr wütend beim Putzen sondern freue mich schon auf das Ergebnis.

In der Königsdisziplin brauche ich allerdings immer noch etwas Übung, denn ich räume immer noch „extrasauber“ auf wenn sich Besuch angekündigt hat. Das ist genauso blöd wie die Frauen mit Photoshop perfekter als die Natur zu machen. Das Bild der Realität wird dadurch verzerrt und in unseren Köpfen ensteht die Vorstellung der geleckt sauberen Wohnung als permanenten Zustand. Und gerade die Freundin mit zwei kleinen Kindern und der Wohnung die direkt aus einem Magazin entsprungen scheint löst ein schlechtes Gewissen bei uns aus, weil wir das nicht schaffen. Dass die Arme wahrscheinlich stundenlang im allergrößten Stress geputzt und geschuftet hat um keine schlechte Nachrede zu haben, fällt unter den Tisch. Ich wage zu bezweifeln, dass sie sich auf Besuch freut und ihn dann genießen kann.

Mit diesem Gedanken im Hinterkopf werde ich aufhören die imaginären Ordnungsvorstellungen anderer zu erfüllen. Meine Heim wird niemals so aussehen wie auf dem Cover von „Couch“ denn das würde mich auch nicht glücklich machen. Schon gar nicht für den Preis tatsächlich mein halbes Leben mit aufräumen zu verbringen! Und ich werde mich in Zukunft hüten die supersauber geputzten Heime weiterhin zu loben. Mal schauen ob meine Besucher ein Problem mit dem Zustand meiner Wohnung haben und ich dann sagen werde:

 

Einen Scheiß muss ich für DICH meine Wohnung putzen!

 

Hast du ein besonderes Rezept um das Putzen angenehmer zu gestalten? Vielleicht sogar ein komplettes Konzept um alles unter einen Hut zu bekommen? Ich würde wirklich gerne wissen wie du dir das Ordung schaffen einfacher machst. Also lass mir einen kleinen Kommentar da und teile deine Strategie mit uns!

 

♥♥♥Miss Kumarin♥♥♥

7 Kommentare zu „Ist Ordnung echt das halbe Leben?!

    1. Immer schön verwandte Seelen zu haben und ehrlich gesagt hab ich mich ein bisschen von dir anstecken lassen – immer nur eins nach dem anderen… 😀

      Ich drück dich ganz doll – Manuela

  1. Liebe Manuela,
    ach, was hab ich gelacht und geschmunzelt beim Lesen! Vielen Dank für diesen herrlich erfrischenden Artikel 🙂

    Lustigerweise war Putzen und Ordnung das Allererste, bei dem ich mir gesagt hab „einen Scheiß muss ich!“ Irgendwann kam die Erkenntnis: Wer nur zu mir kommt, weil wir aus zwei gleichen Tassen Kaffee trinken und weil es klinisch sauber ist und so ordentlich, als würde niemand hier LEBEN, der soll doch wegbleiben. Tja, was soll ich sagen: Bisher kamen alle wieder. Ich erinnere mich aber noch an das Gesicht meiner Mutter, als ich ihr das mitgeteilt hab – unbezahlbar!

    Sonnige Grüße
    Elke

    P.S.: Und was für ein tolles Kommentarfeld, da macht das Kommentieren gleich doppelt Spaß!

    1. Ich kann mir das Gesicht deiner Mutter gut vorstellen! Und du hast recht – niemand kommt wegen der Sauberkeit auf Besuch, sondern wegen der guten Gesellschaft ;D
      Aber das „Geständnis“ steht mir bei meiner Oma noch bevor. Mal schauen wie ich mich da mache…
      Schön, dass dir das Kommentarfeld gefällt – vielleicht magst du mich ja mal wieder besuchen!

      Alles Liebe und einen schönen Start in die Woche
      Manuela

  2. Den Begriff Sauhaufentante kannte ich noch nicht, obwohl er mich in jungen Jahren treffend beschrieben hätte! 🙂 Ich hab meine Mutter früher immer erstmal zu ihrer Arbeitskollegin geschickt, wenn sie mich spontan besucht hat. Die wohnte bei mir auf der Etage. War immer praktisch, um ihre und meine Nerven zu schonen!
    Mittlerweile ist mein „Geheimrezept“: Geh nie mit leeren Händen (aus dem Haus). Wenn ich das konsequent durchziehe, dann klappt es besser mit der Ordnung und auch das allgemeine Aufräumen und Putzen geht schneller!

    1. Das mit der Arbeitskollegin ist ja ein schöner Zufall gewesen ;D.
      Einen Raum nie ohne leere Hände zu verlassen ist wirklich ein toller Tip. Wenn ich mir so vorstelle mit leerer Pizzaschachtel am Sofa und schnell mal zur Toilette… Da hab ich quasi im Vorbeigehen den Müll gleich entsorgt. Das ist wirklich kein Mehraufwand und spart so manchen Weg. Das werd ich ausprobieren! Danke für dein Geheimrezept – wenn ich vom Schreibtisch aufstehe werd ich meine Kaffeetasse gleich in die Küche mitnehmen.
      Alles Liebe
      Manuela

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