Veröffentlicht in Leselust

Meine Bücher sind wie Freunde!

Ich kann mich nicht erinnern wann und wie meine Leidenschaft für Bücher begonnen hat. Aber ich war keines jener Kinder die sich mit 3 Jahren selbst das Lesen beigebracht haben weil keiner mehr das Lieblingsbuch vorlesen wollte. Sobald ich aber lesen konnte ist auch die Lust auf Bücher da gewesen. Meine Mutter hat, glaube ich, selbst sehr viel gelesen. Zum Glück hatten wir eine kleine Stadtbibliothek mit einer großen Kinderabteilung. Da ich relativ schnell gelesen habe wäre ich ohne die Bibliothek wohl ziemlich bald am Büchermangel verzweifelt. Ich weiß noch wie stolz ich immer war wenn ich mir wieder einen neuen Stapel Bücher holen konnte. Mir gab das das Gefühl etwas Besonderes zu sein.

Die erste Buchreihe die ich regelrecht verschlungen habe war „Die Knickerbockerbande“ von Thomas Brezina. Das war auch die erste Serie die ich komplett inklusive aller Sonderbände besessen habe. An dieser Stelle ein großes Danke an meine Verwandtschaft die sich komplett an der Vervollständigung meiner Sammlung beteiligt hat. Am Schönsten waren aber immer die Ferien. Ich war noch nie sonderlich gesellig und habe meine Zeit am Liebsten mit einem Buch im Bett verbracht. Im Rückblick betrachtet waren meine Eltern sehr tolerant weil ich oft nur zum Essen und wenn ich mal ins Bad musste rausgekommen bin.

Irgendwann hat unsere Stadtbibliothek ausgemistet. Zu dieser Zeit hab ich schon Taschengeld bekommen und natürlich hab ich alles an Budget zugelassen hat. Auch Bücher die ich mir nie ausgeborgt hätte weil sie mich nicht genug angesprochen haben. Ich konnte sie einfach nicht dort lassen und schuld dran sein, dass sie in die Mülltonne kommen. Der Gedanke war kaum auszuhalten. Auf diese Art habe ich nicht nur ein paar Bücher vor dem Schredder gerettet sondern auch richtig gute Romane entdeckt! Das mache ich übrigens bis heute so. Ich mag es wenn ein Buch schon gelebt hat. Für mich ist ein Buch eben kein bedruckter Papierblock sondern wie ein Freund und muss deshalb auch mit Respekt behandelt werden. Neue Bücher kaufe ich nur aus zwei Gründen. Entweder ist der Inhalt für mich wichtig und ich will die Information auch öfter mal nachschlagen. Oder weil das Buch nach mir ruft! Es hört sich vielleicht merkwürdig an, aber es gibt Bücher an denen kann ich nicht vorbeigehen. Ich kann mir das selbst nicht erklären weil mir die Autoren und die Titel immer unbekannt sind. Enttäuscht hat mich noch nie eines dieser rufenden Bücher. Deshalb vertraue ich mittlerweile blind auf dieses Gefühl und nehme die Bücher mit.

In den späten Teeniejahren habe ich dann aufgehört Romane zu lesen und mich auf Sachbücher verlegt. Mir hat es gefallen Dinge über das Leben und mich selbst zu lernen. Außerdem kam ich mir dabei unheimlich gebildet vor. Leider habe ich einige Jahre die Meinung gehabt dass Menschen die Romane lesen schlicht zu faul für „echte“ Bücher sind. Ich verbuche das mal unter Unreife. Es war gar nicht so leicht wieder Romane zu lesen, weil ich das Gefühl hatte damit Zeit zu verschwenden. Heute weiß ich es besser – es ist sogar nachgewiesen, dass Romanleser ein besseres Sozialverhalten entwickeln weil sie viele verschiedene Szenarien in Büchern schon geübt haben.

Vor einigen Jahren habe ich dann das Buch „Simplify your life“ geschenkt bekommen und war total begeistert. Voll motiviert habe ich mich auf´s aussortieren gestürzt. Ich habe mich sogar dazu gezwungen meine Bücher zu dezimieren. Auf diese Art habe ich mich von Kinderbüchern, der Knickerbockerbande, Märchen und etlichen Büchern getrennt die vom Thema her meinem damaligen Interesse nicht entsprochen haben. Natürlich habe ich sie nicht weggeworfen sondern sie zu meiner Tante gebracht. Die hat sie dann in der Verwandtschaft, Bekanntschaft und diversen sozialen Einrichtungen verteilt. Etwa eineinhalb Wochen war ich stolz drauf dass ich mich von den Büchern getrennt habe. Dann kam die Reue und begleitet mich bis heute. Einige Bücher habe ich gebraucht wiedergefunden und nachgekauft, aber die alten Märchenbücher sind wohl für immer verloren. Dieses Ereignis hat mir die Augen geöffnet. Auch wenn ich im Moment das Gefühl habe das ein Buch nicht mehr zu mir passt kann das ein paar Monate später schon wieder ganz anders sein. Also darf jedes Buch das den Weg zu mir findet auch bleiben. Mittlerweile hat meine Bücherbesessenheit schon weite Teile der Wohnung in Beschlag genommen. Mein Mann findet immer neue Möglichkeiten meine Bücher zu verstauen damit die Wohnung auch bewohnbar bleibt. So lagern sie unter dem Bett, zwischen meinen Kleidern, auf den Kästen, in Mauernischen und sogar in der Couch. Ich komme meinem großen Ziel eine eigene Bibliothek zu haben immer näher. Da ist es für mich ein kleiner Preis auf der Suche nach einem bestimmten Buch das halbe Schlafzimmer zu zerlegen!

Seit etwa zwei Jahren lese ich auch ebooks. Aber nur geliehen und wenn die gebundene Ausgabe nicht verfügbar ist. Klar sind ebooks praktisch weil man viele (richtig viele) gleichzeitig mitnehmen kann. Aber ich habe kein Gefühl zu ihnen. Da fehlt die Haptik, der Geruch und die Gemütlichkeit. Außerdem vergesse ich oft dass ich sie überhaupt ausgeliehen habe und merke es oft erst nach Ablauf der Frist. Würde ich nicht mehrere Bücher gleichzeitig lesen wäre das vielleicht anders aber ich brauche Abwechslung. Meine Lektüre passt sich meiner Stimmung an. Ich habe schon versucht ein Buch nach dem anderen zu lesen aber in den Zeiten wo ich gerade keine Lust auf dieses eine Buch hatte habe ich dann gar nicht gelesen. Es gibt einfach zu viele gute Bücher die gelesen werden wollen um so Zeit zu verschwenden. Ein bisschen trauere ich den Zeiten hinterher in denen ich den ganzen Tag gelesen habe. Heute muss ich mir bewusst Zeit nehmen sonst würde das Lesen im Alltag unter den Tisch fallen. Deshalb lese ich vor dem Schlafen – jeden Tag! Dabei ist es egal ob ich nach einem Absatz mit dem Buch in der Hand einschlafe oder bis drei Uhr morgens weiterlese weil ich nicht aufhören kann. Hauptsache ich schaffe den Raum für meine Leidenschaft die sie verdient hat.

Wie sorgst du dafür dass du genug Zeit zum Lesen findest? Gibt es einen Leseplan oder nutzt du einfach Freiräume die sich zufällig ergeben? Teile deine Stragie – ich würde mich sehr darüber freuen!

 

♥♥♥Miss Kumarin♥♥♥

2 Kommentare zu „Meine Bücher sind wie Freunde!

  1. Herrlich,mir geht es ganz genauso😊 Ich lese auch grundsätzlich immer abends oder eben,wenn ich Zeit habe auch mal zwischendurch. Es gibt doch nichts schöneres,als sich mit einem guten Buch frischgeduscht in ein frisch bezogenes Bett zu legen und in einer anderen Welt zu versinken❤❤❤

    1. Oh ja – die Kombination mit frischer Bettwäsche lässt sich wirklich nicht übertreffen! Man muss sich schließlich auch selbst verwöhnen ;D

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.