Veröffentlicht in Entwicklungszeit

Mit Dankbarkeit zu einem positiveren Lebensgefühl

Dankbarkeit ist zur Zeit sehr hip. Normalerweise widerstreben mir „hippe“ Dinge so sehr, dass ich sie aus Prinzip boykottiere (ja, ich bin nur auf dem Papier erwachsen ;D). Allerdings kam ich schon vor über 10 Jahren mit dem Thema in Kontakt und habe nun lange genug Erfahrung mit der Dankbarkeit um zu wissen, dass es sich lohnt genauer hinzuschauen.

Mein Mann gab mir damals einige Bücher von Bodo Schäfer zu lesen und hier lernte ich das Erfolgsjournal kennen. Dabei schreibt man jeden Abend 5 Dinge auf, die einem gut gelungen sind. Nachdem man nie zuviele Listen haben kann und ich wieder einen Grund hatte ein neues Notizbuch zu kaufen, hab ich das eine Weile auch gemacht. Da standen dann so Sachen drin wie „heute hat die Kassa auf den Cent genau gestimmt“ oder „ich bin rechtzeitig aufgestanden“. Das waren natürlich alles ganz tolle Erfolgserlebnisse (NICHT). Nach nicht mal 3 Wochen hab ich dieses Erfolgsjournal frustriert begraben. Zu dieser Zeit habe ich an der Kassa eines Elektronikfachmarktes gearbeitet und war mehr als unzufrieden mit meinem Leben. In dieser Situation auch noch schwarz auf weiß zu haben, dass ich keine richtigen Erfolgserlebnisse hatte war denkbar schlecht für meine Laune. Aber ich habe auch etwas daraus gelernt. Die Macht des geschriebenen Wortes darf man nicht unterschätzen. Das bestätigen auch Studien. Alles was mit der Hand zu Papier gebracht wird bleibt besser in unserem Kopf (und auch unserer Psyche!) haften.

Nach einigen Monaten Pause vom Erfolgsjournal und einem Jobwechsel habe ich wieder angefangen aufzuschreiben was ich als Erfolge in meinem Alltag sah. Aber nur dann wenn ich der Meinung war, dass es sich lohnt sich daran zu erinnern. Es hat meine Stimmung immer gehoben wenn ich durchgelesen habe was ich schon alles geschafft hatte. Aber ich habe gemerkt, dass mir die Fixierung auf Erfolg zuwenig war. Oft geschehen Kleinigkeiten die einem einen richtigen Gute-Laune-Kick geben. Wenn mich jemand an der Kassa fragt ob ich nicht vor ihm in die Schlange will zum Beispiel. Diese Kleinigkeiten freuen mich den ganzen Tag, manchmal sogar mehrere Tage. Ich freue mich aber auch wenn ich sehe wie jemand einem anderen etwas Gutes tut.

Irgendwann hab ich dann angefangen auch diese Ereignisse zu dokumentieren. Ganz davon abgesehen, dass es große Freude macht sich das ganze nochmal durchzulesen, inspiriert es mich auch. Ich gehe viel achtsamer durch die Welt weil ich immer auf der Suche bin nach schönen Erlebnissen für meine Liste. Heute schreibe ich auch Sachen auf für die ich dankbar bin. Damit meine ich nicht die Dinge für die man dankbar sein „muss“ wie zum Beispiel Essen, Laufen, Dach über dem Kopf. Natürlich bin ich dafür dankbar weil ich deshalb mein Leben so leben kann wie ich es tue. Für die Liste kommen eher Dinge in Frage die irgendwie belanglos sind. Um nochmal auf die Kassenschlange zurückzukommen – eigentlich keine große Sache, aber wenn man sie bewusst wahrnimmt, kann sie einem den Tag versüßen!

Seit ich vermehrt darauf achte passieren mir auch viel mehr Dinge für die ich dankbar sein kann. Vielleicht liegt das auch einfach daran, dass ich früher nicht bemerkt habe wenn jemand ohne Grund nett zu mir war. Außerdem versuche ich auch anderen viele solcher Momente zu bescheren. Es macht schließlich keinen echten Unterschied ob ich den Autofahrer rausfahren lasse oder nicht. Aber ich bin mir sicher dass er sich freuen wird nicht noch länger auf eine Lücke im Verkehr warten zu müssen (ich freu mich zumindest immer riesig!). Diese subjekitve Verbesserung meiner Laune ist außerdem nicht ganz so subjektiv wie ich immer dachte. Vor kurzem habe ich über eine Studie gelesen die an depressiven Menschen durchgeführt wurde. Ein Teil der Gruppe hat über 3 Wochen hinweg einen Dankesbrief geschrieben, die Kontrollgruppe hat nichts dergleichen gemacht. Die Teilnehmer die ihrem Dank schriftlich Ausdruck verliehen hatten waren viel weniger depressiv als die Teilnehmer der Kontrollgruppe – auch noch Wochen nach dieser Studie! Offensichtlich verschiebt sich durch das niederschreiben von Dingen für die man dankbar ist der Fokus mit dem man die Welt wahrnimmt.

Mittlerweile gibt es schon viele Bücher die einem beim Einstieg in ein Dankbarkeits-Journal helfen. Meist bekommt man hier auch gleich noch Hintergrundinformationen warum es sich lohnt regelmäßig Zeit dafür aufzubringen. Sehr gut gefällt mir zum Beispiel „Das 6-Minuten-Tagebuch“ von Dominik Spenst. Neben den Dingen für die man dankbar ist gibt es auch noch Platz für andere Dinge. Etwa ein eigener Punkt was man Gutes für andere getan hat oder was man tolles erlebt hat. Quasi ein Rundumschlag für Dankbarkeit, Motivation, Achtsamkeit und Entwicklung. Man muss aber kein extra Buch oder Heft führen. Nach etlichen Anpassungen an die verschiedenen Bedürfnisse die ich hatte, gibt es mittlerweile kein eigenes Notizbuch mehr dafür. Ich möchte zu jeder Zeit darauf zugreifen können wenn ich mal Aufmunterung brauche oder wenn ich etwas eintragen will. Nachdem ich aus Rücksicht auf meinen Rücken nicht unbegrenzt viel in meine Handtasche stecken kann, notiere ich meine kleinen Dankbarkeitsmomente direkt in meinem Kalender.

Dankbarkeitsjournal

Es gibt immer Dinge und Personen für die man dankbar sein kann. Am schönsten an der ganzen Sache finde ich aber die Freude wenn ich der Grund für die Dankbarkeit eines anderen bin. Oprah hat doch vor Jahren zu einem `random act of kindness`aufgerufen. Im Prinzip läuft alles darauf hinaus. Einfach Freundlichkeit und Freude in die Welt zu tragen und so zu einem positiven Gesamtbild beitragen.

 

An dieser Stelle möchte ich mich bei Lorelei bedanken die auf ihrem Blog die wunderbaren Kalenderblätter zur freien Verfügung gestellt hat, die mir meinen Alltag erleichtern.

Fauxbonichi von Lorelei Lee´s Plan-Bar   So ungefähr sieht nun mein Tag aus – alles wichtige an einem Platz!

 

Also schau unbedingt mal bei ihr vorbei wenn du gerne planst!

 

♥♥♥Miss Kumarin♥♥♥

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